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19. Juni 2015

Maßnahmenplan für die Donau bis 2022 - Aktionsprogramm vereint Schifffahrt, Ökologie und Hochwasserschutz

Maßnahmenplan für die Donau bis 2022 - Aktionsprogramm vereint Schifffahrt, Ökologie und Hochwasserschutz

Wie soll die Wasserstraße Donau im Jahr 2022 aussehen? Wie stellen wir uns den für Mensch, Tier und Pflanzen wertvollen Lebensraum am Wasser vor? Und wie gut sind wir vor Hochwasser geschützt? Antworten auf diese Fragen gibt das Aktionsprogramm Donau des bmvit, das heute von Bundesminister Alois Stöger der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Hans-Peter Wegscheider, Ursula Zechner und Bundesminister Alois Stöger präsentierten auf dem MS Negrelli das neue Aktionsprogramm

Die Besonderheit der Donau liegt in ihrer vielfältigen Nutzung. Denn sie ist nicht nur Wasserstraße und Verkehrsweg, sondern auch Energieträger sowie Erholungs- und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Diesem weiten Nutzungsspektrum trägt das von Bundesminister Alois Stöger präsentierte Aktionsprogramm mit ganzheitlichem Zugang Rechnung: „Es ist eine integrative Strategie für die ausgewogene Entwicklung der vielseitigen und dynamischen Donau. Erstmalig gelten die Zielsetzungen des Aktionsprogrammes neben der Schifffahrt auch für Ökologie und Hochwasserschutz. Die Donau ist nicht nur eine der umweltfreundlichsten Verkehrsachsen Europas – und damit von unschätzbarem Wert für unsere Industrie – sondern auch Naherholungsgebiet und Lebensraum für Millionen Menschen. Im neuen Aktionsprogramm haben wir diese Aspekte vereint und mit den überregionalen Programmen, wie etwa der EU-Donauraumstrategie, abgestimmt. Schließlich endet unsere Donaupolitik – so wie die Donau auch – nicht an der Grenze.“

Maßgeschneiderte Antworten

Sektionschefin Ursula Zechner betonte die partizipative Einbindung relevanter Interessengruppen zur Erstellung des Aktionsprogrammes. Denn nur so können maßgeschneiderte Antworten auf die vielseitigen Nutzungsansprüche gegeben werden. „Bis 2022 stehen fast 12 Mio. € als Anstoßfinanzierung zur Verfügung. Damit könnten fast 100 Mio. € bewegt werden, wobei ein Drittel aus EU-Geldern kommen sollte“, so Zechner bei der heutigen Pressekonferenz.

Umsetzung bestens vorbereitet

viadonau wird die Umsetzung des Aktionsprogrammes in den kommenden Jahren begleiten. Hans-Peter Wegscheider, Prokurist und Leiter der Abteilung für Verkehrsmanagement bei viadonau präsentierte, dass es für viele der geplanten Maßnahmen bereits Umsetzungsprojekte gibt. „Ein Beispiel ist das bereits zur Förderung eingereichte Projekt FAIRway, in dessen Rahmen sieben Partner entlang der gesamten Donau die Instandhaltung der Wasserstraße verbessern möchten“, so Wegscheider. Das LIFE+ Projekt „Auenwildnis Wachau” ist bereits genehmigt und kommt heimischen Gehölzen und Tierarten zugute. Im Hochwasserschutz setzt man in Zukunft auf ein digitales Einsatzführungssystem, ein Prototyp soll ab Jahresende getestet werden.

Die erzielten Wirkungen werden alle zwei Jahre in einem Fortschrittsbericht präsentiert.

Aktuelle Zahlen zur Donauschifffahrt

Noch druckfrisch wurde der alljährlich von viadonau herausgegebene Jahresbericht der Donauschifffahrt für das Jahr 2014 bei der Pressekonferenz verteilt. Dieser bescheinigt für das vergangene Schifffahrtsjahr ein stabiles Verkehrsaufkommen, trotz ausgedehnter Niederwasserperioden. Mit einem Zuwachs im inländischen Transport von fast 14 Prozent und einem Plus an geschleusten Schiffseinheiten von 6 Prozent konnte der solide Entwicklungstrend der Vorjahre fortgesetzt werden. Mit 364 Tagen hatte 2014 die höchste Verfügbarkeit der Wasserstraße der letzten 15 Jahre. Über 100.000 geschleuste Schiffe und 10,1 Millionen Tonnen transportierter Güter beweisen einmal mehr das Leistungspotenzial der Donauschifffahrt als sicheren und belastbaren Verkehrsträger.

Das Aktionsprogramm Donau des bmvit sowie auch der aktuelle Jahresbericht der Donauschifffahrt 2014 sind unter www.viadonau.org (Publikationen) zu finden.

 

Foto: (v.l.n.r.) Hans-Peter Wegscheider, Ursula Zechner und Bundesminister Alois Stöger

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